Gabriella Rehabilitation Center

Ein Tag ging es dann in die renommierte Einrichtung für autistische Kinder. Meine Freundin Arndis arbeitet dort als Ergotherapeutin mit noch ein paar anderen Freiwilligen. Es ist hauptsächlich auf Autismus spezialisiert, aber grob kann man eigentlich sagen ist es eine Rehabilitation für geistige Behinderungen. Die Einrichtung selber wird von einer e inheimischen Ergo geführt, die sehr viel Wissen und Erfahrung hat, daher ist sie auch so berühmt. Medizinstudenten von KCMC und angehende Therapeuten machen dort Praktika.

Etwa die Hälfte der Kinder wohnt dort, wird also als eine Art Internat genutzt, da auch Unterricht stattfindet und die andere Hälfte kommt jeden Morgen von daheim. Begonnen wird der Tag mit 2 Einheiten Unterricht, da sind die Kinder nach Behinderung und Leistung eingeteil

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te ich schon an diesem einem Tag was mithelfen und beisteuern, das hat mich auch sehr gefreut. Weiter ging es mit Mittagessen, was mich sehr an ein Summercamp oder ähnliches erinnert hat. Aus einem großen Topf wurde der hier bekannte Gewürzreis (Pilau) geschöpft und alle 70 Kinder haben einen Klatsch auf ihren Teller bekommen. Wir sind dann recht schnell aus dem Lärm geflüchtet und Arndis hat mich noch ein wenig herumgeführt. Die Einrichtung bietet nämlich wirklich tolle Sachen, wie zum Beispiel einen Garten, Hühnerstall und eine kleine Werkstatt. Es gibt eine Musikklasse, die kümmert sich um all das und stellt auch Möbel her, für diese Kinder macht Unterricht keinen Sinn und daher stützt man sich hier auf das Arbeiten in Zukunft, sie sollen eine Art Handwerk lernen (zB. Hühner füttern…).

Zudem bietet Gabriellas alle 2 Wochen eine Therapy-week an, in der kommen Kinder aus ganz Moshi und Umgebung mit allen möglichen Behinderungen, also auch körperlich. Sie bekommen dort eine Intensivtherapie und auch die Eltern werden geschult im Umgang mit Füttern, Sitzten oder Übungen. Das finde ich besonders toll, vor allem da die Familien nichts dafür zahlen müssen, es wird eine kleine Gabe erwartet, aber das kann genauso auch eine Essensspende sein.

Nach dem Mittagessen kam der mysteriöse Programmpunkt : „Playdough“ dran. Also darunter verstehe ich Knete, die Tansanier verstehen darunter: „ Mit Matsch spielen“. Das lief dann so ab, dass alle Kinder draußen zusammengerufen wurden und in der Mitte stand eine Schubkarre voller Matsch (natürlich extra gesammelt, damit er keine Steine enthält) und Wasser. Dann ging es darum die Kinder an Beinen und Armen einzureiben oder mit ihnen das zu tun. In erster Linie um ihr Immunsystem zu stärken, wurde mir erklärt. Aus therapeutischer Sicht fällt einem da auch noch mehr ein, wie Sensi-training, sie selbst spüren, das kalte nasse auf seiner Haut spüren und natürlich mit dem Matsch spielen, Dinge formen, platt drücken, da kann man sich tolle Feinmotrik-übungen überlegen. Allem in allem hat, glaube ich, jedes Kind Spaß am „sich dreckig machen“ und danach ich der prallen Sonne abgespritzt zu werden. 🙂

Die Einrichtung war af jeden Fall interessant zu sehen, es gibt nicht viel zu tun für Pts, daher gibt es auch keine dort, aber da die ganze Ergo-Logo-Physiotherpie sich doch sehr oft vermischt, war es auf jeden Fall spannend zu sehen. Es gibt auch viele Ansätze, wo man noch etwas ändern könnte, aber das dürfen die ganzen Freiwilligen (6 insgesamt) in nächster Zeit austüfteln.

Dank dieser Einrichtung habe ich auch diesen „Corner-chair“ kennengelernt, der Kindern hilft länger zu sitzen, zum Füttern zB. Oder einfach nur als Rumpf- und Kreislauftraining. Zwei solcher Stühle habe ich jetzt bei einem Handwerker hier in Auftrag gegeben für Ebeneezer und Fatuma, damit diese Spuckerrei nach dem Essen mal besser wird und auch sonst der Umgang mit den Kindern verbessert wird und sie nicht dan ganzen Tag am Boden rumliegen. Natürlich kostet so etwas auch und ich war sehr froh, hierbei mit dem Spendengeld eines Verwandten von mir aushelfen zu können!

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