Midterm – Halbzeit

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Alle Jungs wollen helfen den Mixer zu bedienen

Anna und ich arbeiten weiter an unserem „paper making“ Projekt und haben es nun gut strukturiert und vereinfacht. Jedes Kind hat eigentlich jetzt so seinen eigenen Job, den es mit seinen Fähigkeiten gut ausüben kann und das machen sie richtig gut. Übung macht ja bekanntlich den Meister, deswegen versuchen wir so oft es geht dran zu arbeiten um den ganzen Ablauf zu üben und zu verbessern. Das Papier herstellen ist die eine Sache, die andere ist dann das Dekorieren. Hierfür haben wir uns jetzt eine neue Möglichkeit überlegt, die Kinder möglichst eigenständig arbeiten lassen zu können. Wir haben aus einem Ordner Formen ausgeschnitten wie eine Giraffe   oder Elefant und die Formen können sie nun mit Acrylfarbe und einem Schwamm bemalen. Die Karte wird dabei vom Ordner bedeckt, sodass jemand wie Levina auch ordentlich drum herum schmieren kann und es danach trotzdem hübsch aussieht. Die Kinder sind so motiviert mitzuhelfen, egal was wir auspacken, ein paar stehen schon Schlange um ganz vorne mit dabei zu sein. Man merkt ganz eindeutig, dass sich hier wenn dann die Volontäre darum bemühen, die Kinder einzuspannen.

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Levina macht Papier

Nun wir hatten ein bisschen Probleme mit der Frage, inwiefern die Kinder denn beteiligt sein sollen an dem ganzen Projekt, da unserer Auffassung nach, die Karten möglichst komplett allein von eine Kind hergestellt werden sollte, das hat sich aber mit den Vorstellung vom Office widersprochen,

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die eher „schöne“ Karten haben wollten um sie gut verkaufen zu können. Es gab zum Beispiel eine große Diskussion darüber, ob die Kinder mit ihren Namen auf der Karte, die sie selber dekoriert haben, unterschreiben sollen oder nicht. Unser Gedanke war, wir üben das mit ihnen auf Papier, jedes Kind lernt seinen Namen zu schreiben und dann können sie das auf den Karten auch machen. So haben wir fleißig geübt, jedes Kind hat nun ein Namensschild auf dem Tisch kleben und sind mächtig stolz drauf. Leider hat uns da das Office nun einen Riegel vorgeschoben, aber immerhin andern sie unsere Schwammtechnik gut. Ich verstehe aber immer noch nicht, warum sie Karten von Kindern mit Behinderungen verkaufen, die die Mamas dekoriert haben. Nun uns ist es am Wichtigsten, dass wir was an die Kinder ran bringen, wie man den Namen schreibt oder wie man etwas herstellt. Levina macht dabei sehr gut mit und ist mit Abstand die schlauste von allen, ihren Namen kann sie schreiben, sie hat nur Probleme mit der Feinmotorik. Mit einem dicken Edding kommt sie aber recht gut zurecht. Jeden Morgen findet auch erst mal eine Unterrichtsstunde statt, entweder schreiben oder Mathe, das macht richtig Spaß, aber hat auch ein bisschen gedauert bis wir den Stand von jedem herausgefunden hatten und was die Schwierigkeiten sind. Ich arbeite zum Beispiel seit gut 2 Wochen mit Eriki an dem Verständnis, dass eine Zahl + 0 immer noch die Zahl bleibt. Da wünschte ich mir manchmal Didaktik studiert zu haben. Levina kann mittlerweile im Kopf rechnen und nächste Woche führen wir unser selbst hergestelltes Spielgeld ein. Ist hier nicht so einfach damit umzugehen, da die kleinste Münze 50 Shilling sind, das sind 25 Cent. Der größte Schein sind 10 000 Shilling, was in etwa 5 Euro entspricht. Hohe Zahlen..

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Mama Simoni mit Simoni

In Msaranga geht’s auch rund. Unser kleiner Sonnenschein Simoni lockert alles auf. Dieser kleine Mann kommt morgens in den Center, schnappt sich Neemas Rollator und marschiert los, auf und ab, und hört nicht mehr auf. Dabei strahlt er und quietscht, unbeschreiblich. Und wenn dass Porridge-Time ist, gibt es ein großes Geheule, weil wir ihm den Rollator wegnehmen. Das ist natürlich eine gute Sache, aber leider macht er immer noch große Ausweichbewegungen, die wir gerne unterdrücken würden. Seine Schwester (Dada Simoni) ist aber sehr aufmerksam und hat sich unsere Übungen schon abgeschaut. Wenn wir beschäftigt sind, sehen wir sie oft Übungen von letzter Woche machen, sie scheint sich das alles gut zu merken. Das ist echt spitze, da kann der Kleine echt froh sein. Anna hat mir diese Woche eine Technik gezeigt, wie man das Terra Band um das Bein wickeln kann, damit es Simoni einfacher fällt, das Bein zu heben und auch den Fuß hoch zu bekommen. Er hat ja eine Fußheberschwäche und definitiv eine schwache Beinmuskulatur. Mit dieser Wickeltechnik läuft er schon viel besser, er muss noch ein bisschen üben und sich dran gewöhnen, aber sein Gangbild ist viel besser, so benutzt er auch die richtigen Muskeln. Am Anfang wollte er das Band nicht tolerieren, aber als Anna und ich es uns jeweils umgebunden haben, wollte er es auch unbedingt haben. Und siehe da, als wir gehen und ihm die Bänder abnehmen wollten, ist er in Tränen ausgebrochen. Aber das ist schon normal, immer wenn wir gehen weint er uns solange nach, bis wir im Gebüsch verschwinden, dann ist die Welt wieder in Ordnung. So ein süßer Fratz!
Auch Salma, unser Prinzesschen, ist sehr fleißig. Ich denke, ich werde mit ihr keine signifikanten Fortschritt erzielen, wie den Vierfüßler oder Krabbeln, das dauert einfach noch länger, aber ich sehe im Vergleich zu Januar trotzdem viel Verbesserung. Durch all den zusätzlichen Input, den sie bekommt, ist sie viel aktiver geworden. Ihr Wortschatz vergrößert sich wöchentlich und auch das Essen ist besser geworden. Ich habe ihr eine Schnabeltasse gekauft und seit dem üben wir selbstständiges Porridge essen. Das klappt so weit sehr gut. Sie ist natürlich eingeschränkt durch die Spastik in ihren Armen, aber sie kann selber bestimmen wie viel sie will und ich unterstütze nur ein wenig ihre Bewegungen. Sie freut sich sichtlich dran, denn sie kaut auf dem Becher rum, stopft das Loch mit der Zunge und macht sich sichtlich einen Spaß daraus.
Leider warte ich immer noch auf das Treffen mit dem PT aus dem KCMC Krankenhaus. Becca, vom Office, vertröstet mich ständig mit: Ja wir sind halt in Afrika.. Nun ich hoffe das Beste!

Badaaye,
Tanja

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