Zu Besuch bei den Massai

Habari!

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Letztes Wochenende haben wir uns die Kultur hier mal näher angeschaut und haben die Massai besucht!

Das war ein wirklich toller Ausflug, wir kennen hier einen gebürtigen Massai und der hat uns in sein Village gebracht, wo er aufgewachsen ist. Eine lange Fahrt war das bis wir endlich mitten im Nirgendwo, in einer flachen Graslandschaft ein 2 Häuschen entdeckt haben und mitten drin natürlich die Rinderherde. Seine Mama lebt in diesem Dorf mit seine Schwestern, das heißt, es gibt 2 Häuschen, mit Schlaf- und Kochplatz und dann ein Haus mit Blechdach, ganz modern. Normalerweise sind es Strohdächer und die Wände sind aus einem Matsch-Kuhmist-Stroh-Gemisch. Das ist das beste Material, billig und ausgesprochen stabil. Wir haben sehr viel über die Bräuche erfahren dürfen und vor allem auch über die aktuelle Situation mit der Regierung und was sich alles verändert hat. Das Problem ist denke ich überall ähnlich, wo die Urbanisierung aus Urvölker trifft, sie werden verdrängt, es gibt zu wenig Platz und alte Bräuche werden von Stadtnähe und Zivilisation überrollt, da gibt es dann

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halt Toast zum Frühstück anstatt frisch gezapfte Ziegenmilch um nur ein Beispiel zu nennen.

Doch unser Rafiki (Freund) hat sich viel Mühe gegeben und richtig eintauchen zu lassen in die alte Zeit und die auch heute noch zelebrierten Bräuche. Wir wurden in Tücher gekleidet, mit Schmuck behängt und haben mit ihnen getanzt und gesungen. Dabei benutzen sie ihre Füße um den Rhythmus anzugeben indem sie auf den Boden stampfen und ab und an hoch hüpfen um laut auf dem Boden aufzukommen, dazu begleiten die Frauen den Gesang mit dem Geklimper ihres Schmuckes. Irgendwie magsich.

Zum Essen wurde eine Ziege vor unseren Augen geschlachtet und ausgenommen, natürlich auf Massai-Art, sie ersticken ihre Tiere, denn wenn ein Tier schreien würde, würde es schreien: „Hilfe und tötet mich nicht!“ – Nach Massai-Gesetz müssten sie dann aufhören, daher wird dem Tier das Maul zugehalten. Nebenbei haben wir hier auch erfahren, dass Frauen während der Geburt nicht schreien dürfen, eine ähnliches Gesetz..Diese Ziege wurde dann gegrillt und im Freien verzerrt, das ist natürlich ganz besonderes Fleisch, von einem Tier, das immer draußen im Freien war und Gras gefuttert hat. Ziegenfleisch ist jetzt nicht so meins, aber probiert habe ich natürlich.

Die Nieren wurde roh von seinen Brüdern verspeist und die Leber gegrillt und als Delikatesse angeboten. Abends gab es dann noch Reis mit Bohnen, ganz bürgerlich also. Geschlafen haben wir in einem Kuhmist-Haus, umgeben von 2 brütenden Hühnern un

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d anderem Getier. Es war eine harte, schlaflose Nacht mit viel Geraschel um dich herum..ein bisschen Abenteuer. Geweckt wurden wir ganz klar von einem Kuku (Hahn), der voller stolz neben uns sein Kickeriki geübt hat. Schlaftrunken musste man sich dann erstmal den nächsten Busch suchen um aufs Klo gehen zu können und in so einer Steppe gibt es nicht viele Büsche…Nach einem netten Frühstück bei seiner Mama, haben wir dann noch Kuhblut trinken dürfen, eine heilige Tradition, die einen stärkt und gesund macht. Dazu haben sie die Kuh angeschossen in der Halsschlagader und Blut abgezapft. Danach wurde die Blutung kurz gestillt und die Kuh ist etwas in Panik zurück zur Herde gesprungen. Alles Tradition. Unser Massai hat uns dann auf eine lange Wanderung durch dieses flache, endlose Grasland genommen. Es war atemberaubend, wie kein Flugzeug am Himmel zu sehen war, nur in der Ferne ein weiteres Dorf zu erkennen war und ansonsten nichts..weites, flaches Land. Die Massai sind dafür bekannt, dass sie mit der Natur und den Tieren leben, sie schaden ihnen nicht und die Tiere lassen sie in Ruhe. Nur aus dem Grund haben sie das Recht in den Nationalparks zu leben, natürlich nur in eingezeichneten Gebieten, aber immerhin.

Es war ein Abenteuer, sehr interessant und spannend, aber ich denke wir waren alle wieder froh, als wir in unserem weichem Bett lagen nachdem alle erst einmal sich eine Dusche gegönnt haben.

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