Die Kinder

MSARANGA -KINDER

Die Kinder von Msaranga haben mit Abstand den höchsten Behinderungsgrad von allen Centern, dementsprechend ist die Hand-on-Therapie am wichtigsten und jedes einzelne Kind braucht individuelle Förderung. Außer James müssen alle auch gefüttert werden.

Salma

Sie ist 4 Jahre alt, kann ein paar Worte sagen, die manchmal Sinn ergeben, manchmal aber auch nicht. Einfache Schlagworte, wie kula ( für „iss“ zum Mund aufmachen) versteht sie.

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Sie ist ventral sehr hypoton, pusht dafür umso mehr nach dorsal, dazu hat sie kaum Kopfkontrolle. Sie kann ihn  für etwa 1 min aufrecht halten, dann kippt er meistens nach dorsal. Sie kann den Unterarmstütz, aber keinen Handstütz, damit ist auch kein 4-Füßler oder Krabbeln möglich. Freies Sitzen geht nur sekundenweise, dafür hat sie ein zu großes Muskel – Ungleichgewicht des Rumpfes. Hält man sie hoch, überschlägt sie ihre Beine, es ist aber sonst keine Adduktorenspastik zu bemerken. Sie ist sehr aufmerksam und möchte lernen, das merkt man.

Ihre Ziele sind soweit: Rumpfkontrolle und damit verbundener Kopfkontrolle, sowie Training für Heben des Kopfes und beginnendes Aufstehtraining, damit die Beine benutzt werden können, sobald es möglich wäre. Dazu sollte sie jeden Tag in den Stehständer, damit die Beine mehr Funktion bekommen.

Update: Salma macht sehr gut mit, allerdings entwickelt sich ihre Vorliebe alles über die Streckung zu lösen (pushen) zu einem Problem. Es ist scheinbar ihre Strategie weiterzukommen (zB. aufrecht im Stehständer stehen), aber es ist der falsche Weg für die normale Entwicklung. Es ihr ganz auszutreiben würde sie allerdings wieder weit zurückwerfen, darum werde ich den Rat meiner ehemaligen Lehrerin befolgen und ein paar Hilfsmittel einsetzten, wie den Rumpfwickel und werde sehen, wie sich das entwickelt.

 

Fredrick

Fredrick ist 15 Jahre alt, kann kaum sprechen, aber versteht einzelne Wörter. Anders als

Ebeneezer, scheint bei ihm wirklich etwas anzukommen, er kopiert Gestiken (Augen zusammen kneifen, Lächeln, Grimassen) und verste

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ht was man möchte. Ich versuche mit ihm gerade immer dasselbe zu machen, dh. gleiche Reihenfolge der Übungen und mitzuzählen, so weiß er was kommt und was ich von ihm will. Bei ihm sind alle 4 Extremitäten betroffen, wobei die rechte Seite schlimmer ist. Das rechte Knie und die Hüfte kann er nicht mehr voll extendieren und der Fuß steht nicht mehr flach auf. Wahrscheinlich verbringt der Junge den ganzen Tag sitzend oder liegend. Er hat plötzlich einschießende Spastiken, die unwillkürlich autreten. Seine Hände sind meist zu Fäusten geballt, wobei er bei Spielsachen versucht seine Hand zu öffnen, aber durch die unwillkürlichen Bewegungen klappt das Greifen nicht. Er kann kurz allein sitzen, gerät dann aber in Ungleichgewicht. Leider hat er auch schon große Verkürzungen vorallem im rechten Bein,

James ist sein bester Freund, er kümmert sich rührend um ihn, füttert ihn und unterhält ihn, da er hauptsächlich eingekeilt an seinem Pult am Leben im Raum teilnehmen kann. Er schaut immer interessiert und würde sicher gerne machen.

Seine Ziele sind bis jetzt:

Das rechte Bein aufdehnen und belasten, dh . Aufstehtraining, damit er die Füße belastet und der Kreislauf zirkuliert. Dazu kommt aktives Öffnen der Hände und versuchen zu Greifen. Dazu versuche ich in einfach zu aktivieren und seine Wahrnehmung zu schulen durch Igelbälle und kühle Luft. Sie sagen, er würde nicht mehr lange leben, so versuche ich ihm einfach auch etwas Freude zu bereiten und spiele mit ihm Ball und versuche ihn zu integrieren.

 

Ebeneezer 

Er ist das Kind von Janeth, meiner Chefin. Er ist 18 und schwer betroffen, er kann nicht reden, versteht meiner Meinung nach auch

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icht viel. Es ist keinerlei Kommunikation möglich, ich habe das Gefühl er schaut ins Leere. Janeth versuch ihn mit aller Mühe miteinzubeziehen und ihm zum Sitzen zu zwingen. Er hat eine große Adduktorenspastik, dh. seine Beine sind stehts überschlagen und er liegt auch nicht gerne fach da, sonder eigentlich immer in Fötushaltung. Ich habe ihn bis jetzt etwas durchbewegt und versucht Kontakt aufzubauen. Bis jetzt habe ich herausgefunden, dass er Igelbälle gar nicht mag, aber wenn ich ihm über den Kopf puste und ihm die Haare streichel entspannt er sich langsam und streck sich aus, auch die Beine fallen dann mal etwas auseinander. Ich denke für ihn wäre eine Hängematter super um ihn einfach etwas zu stimulieren, auch mal locker zu lassen und seine Gelenke frei zu halten. Auch er hat schon starke Verkürzungen in der Hüftbeugung. Mittlerweile ist auch sichtbar geworden, dass seine Wirbelsäule zu stark gebeugt ist um in eine aufrechte Position zu kommen (zB. sitzen). Das ständige gebeugte Liegen, wie auch das vornübergebeugte Sitzen im Rollstuhl, hat seine Wirbelsäule über die Zeit verändert.

Seine Ziele wären also:

Beweglichkeit erhalten, Kontakt aufbauen und schauen was ihm gefällt. Nach der Entspannung versuche ich ihn auch mehr zu aktivieren, aber grade schießt die Spastik immer wieder rein, wenn etwas passiert im Raum. Zu seinen Übungen zählen nun auch die Bauchlage mit erhöhtem Oberkörper (siehe Bild oder auf einem Keil), sodass der Rücken mehr gestreckt wird, die rückenstrecker mehr arbeiten müssen und er einfach seinen Kopf mal hochninmt und am Geschehen im Raum teilnehmen kann.

 

James

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James ist ein ganz toller Junge, er spricht nicht gut, aber immerhin spricht er. Er nimmt am Unterricht teil

und lernt grade schreiben, zudem malt er gerne und hilft überall mit ZB. Beim Füttern (Fredrick) oder die Kleinen unterhalten. Er hat viel Freude an den andren Kindern. Er brauch ein bisschen Schulung in der Feinm

otorik für das Schreiben und er sollte sein Gleichgewicht, Reaktion und Koordination verbessern.

Momentan spielen wir Mittags immer draußen Fußball, das scheint er zu mögen und nach dem Unterricht ist das auch eine willkommene Abwechslung. Vielleicht kann ich ihn noch weiter für Sport begeistern, denn er scheint sich gerne zu bewegen.

 

Fatuma

Fatuma ist scheinbar 6 Jahre alt. Das ist kaum zu glauben, denn sie ist grade mal 1m groß in etwa. So weit ich weiß, ist sie auf dem Stand einer 2 Monatigen Kind, sie hat in allen 4 Extremitäten Tonuserhöhungen und kommt gegen diese nicht alleine an. Das einzige was sie bewegt, sind die Augen. Sie scheint nichts zu verstehen und redet auch nicht. Im Center wird sie so weit unterstützt mit Kuscheltieren bis sie einigermaßen sitzt, aber der Kopf hängt dann nach vorne und nach einer Weile rutscht sie in Rückenlage, ich verstehe noch nicht ganz warum sie am Unterricht teilnehmen soll.

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Ich für meinen Teil bewege sie durch, da sie leider auch schon Spitzfüße bekommt, obwohl sie tolle Orthesen hat. Aber diese Orthesen liegen im Center und wenn man sie hier nicht anzieht, zieht sie ihr keiner an. Man sollte sie in irgendeiner Form aktivieren, durch Sensitraining, Stehständer oder aktive Lagerung. Ich vermute schwer, dass sie zusätzlich an Anfällen leidet, ihre Augen bewegen sich manchmal ruckartig und ein Zucken durchfährt sie für ein paar Sekunden lang.

Ihre Ziele sind:
Durchbewegen, Füße mit Igelball oder Körnern stimulieren, genauso wie die Hände, Orthesen anlegen, ab in den Stehständer und dabei mal die Hände öffnen. Wenn sie davon müde ist, lege ich sie nach einer Pause auf den Bauch mit unterstütztem Oberkörper.

 

Neema

Neema ist 14 Jahre alt, sie versteht alles, spricht aber nur undeutlich und auch nur einzelne Wörter. Ich verstehe sie eigentlich nicht bis auf Namen, die sie öfters benutzt. Sie scheint Salma sehr zu mögen, zumindest spielt sie gerne mit ihr. Neema läuft draußen am Rollator, doch vor den Häusern sind Treppen, da stellt sie ihn dann ab und geht meist auf allen Vieren die Treppe hoch und wackelt beim freien Laufen sehr. Das Problem sind einerseits ihre Beinachsen, das eine Bein ist völlig innen rotiert und andererseits ihre Fußgelenke. Der eine Fuß geht Richtung Spitzfuß und der

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andere wurde operiert (Achillessehnenverlängerung) und ist hypermobil. Das bedeutet, auf dem Spitzfuß kann sie nicht recht stehen und dreht nach Innen und auf dem anderen knickt sie nach innen weg und kann sich nicht richtig abstoßen, weil der Wadenmuskel nicht mehr richtig kontrahieren kann. Ich weiß nicht, ob man sich das jetzt wirklich vorstellen kann wie sie läuft. Dazu kommt, dass ihre Hüftbeuger verkürzt sind, da sie sich nicht richtig aufrichten kann durch die fehlende Achse der Beine. Dh. sie läuft am Rollator mit Po hinten raus, ein Bein sieht aus wie ein X-Bein, der Fuß dreht nach innen und der andere, wie gesagt, knickt weg. Ihre Feinmotorik mit den Händen ist auch mager. Einen Stift kann sie mittlerweile halten, aber schreiben fällt ihr noch sehr schwer.

Bei ihr bin ich am ausprobieren, was ich mit ihren Füßen machen kann. Sie hat Orthesen, die sind aber nicht mobil, also ungeeignet zum laufen. Getapt habe ich sie schon, aber die Fehlstellungen sind so massiv, dass es viel zu leicht war. Zudem ist es sehr schwer ihr begreiflich zu machen, wie sie laufen soll. Sie hat wenig Lust was mit mir zu machen, laufen ist ja auch nichts Spannendes. Wenn die Kinder dort wenigstens Schuhe tragen würden, könnte ich ihr Einlagen basteln, aber die tragen hier höchstens mal FlipFlops, aber die meiste Zeit sind sie barfuß. Ich werde versuchen mit ihr Fußmuskulaturtraining zu machen, aber ich stelle mir das noch sehr schwer vor. Zudem korrigiere ich ihr Laufstil und die Art wie sie sitzt. Auch das Treppe laufen übe ich mit ihr, da die Beine nicht zu korrigieren sind, werde ich mit ihr einfach eine Taktik entwickeln mit der sie glücklich ist. Momentan brauch ich aber erst mal ihre Freundschaft und Zutrauen, sonst hat sie keine Lust was zu tun 🙂

 

Haika

Haika ist 9 Jahre alt und ist unsere kleine Sabberliese. Sie nimmt eigentlich nichts auf, sie hört nicht auf ihren Namen oder ande

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re Anweisungen und quietscht nur fröhlich rum, wenn die anderen Singen. Sie hat keinen Mundschluss und schluckt ihren Speichel nicht runter, das Essen kann sie aber schlucken, auch wenn es echt viel Arbeit ist, da ihre Zungenmotorik falsch läuft. Sie transportiert das Essen wieder aus dem Mund raus, anstatt runter. Sie hat eine Tetraspastik. Die Arme sind immer flektiert (gebeugt) und auch sie steht nicht aufrecht, da sie eine generelle Flexionshaltung hat. Die Knie sind schon kontrakt so, dass sie sie nicht mehr richtig strecken kann. Auch ihre Beinachse ist verdreht, beide Beine sind innen rotiert, was das laufen erschwert, da ihre Füße ja dann im Weg sind. Haika hat viel Freude an Musik und am Laufen. Durch ihre hohe Körperspannung kann sie sich selbst aufsetzen. Aber Aufstehen klappt noch nicht und wenn sie alleine läuft kippt sie vorn über, die Mutter hält sie immer am Kleid hinten fest, aber das ist eine wackelige Geschichte, dass ich lieber mit ihr am Rollator laufe.

Ihr Ziele sind:

Die Arme und Beine lockern und mobil halten, eine Technik für das Aufstehen finden und am Rollator laufen. Hier gibt es einen praktischen Rollator für sie, es ist eigentlich nur ein Gestell mit 4 Rädern, aber man kann ihre Arme dort festbinden so, dass sie selbstständig laufen kann. Das scheint ihr sichtlich Freude zu machen, denn sie rennt dann richtig los. Sie hat kein Gefühl für lenken oder realisiert, dass sie gegen eine Wand fährt, aber immerhin trainiert sie so ihre Ausdauer durch das Laufen.

 

Calvin

Calvin kennt hier niemand so genau. Er ist neu im Center seit einer Woche, mal sehen wie lange er bleibt. Dieser Junge scheint mir sehr schwierig zu handhaben, er dreht und wendet sich die ganze Zeit, er kann alles bis auf frei laufen, hat aber trotzdem keine Kraft im

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ganzen Körper. Er scheint immer nur kurz in einer Position zu verharren, weil er sie sonst nicht länger halten kann. Er ist hypermobil und hypoton. In mal richtig zu fassen zu bekommen, ist gerade mein größtes Problem. Natürlich hat er kein Bock auf Vierfüßler, ist ja viel zu anstrengend. Leider spricht er nicht und versteht auch nichts. Grade fixiere ich ihn einfach mal an den Beinen und dann dreht und wendet er sich mit dem Oberkörper, stützt sich hoch und arbeitet so dementsprechend viel, dass er irgendwann doch mal liegen bleibt. Dazu kann man ihn auch in den Rollator von Haika binden und mit ihm laufen für die Beinmuskulatur.

Seine Ziele sind also bisher: Kraft aufbauen, am ganzen Körper.

 

 

 

 

RAU – KINDER

Die Rau-Kinder sind vom Behinderungsgrad geringer bzw. einfach anders. Bei ihnen kann man generell viel in Gruppenspielen era

rbeiten, dort auch Unterrichtsinhalten wie Zahlen von 1-10 unterbringen und durch Bastelarbeiten die Feinmotorik verbessern. In Rau gibt es auch Kinder, die dort wirklich mit Unterrichtsförderung und Verantwortungsübernahme schon bedient sind. Sie haben körperlich keine enormen Auffälligkeiten und werden allein von dem Center schon gut gefördert, daher nur stelle ich nur die vor, die auch wirklich relevant sind.

Levina

Levina ist das einzige Mädchen im Center. Sie ist 13 Jahre alt und sehr aufgeschlossen und interessiert an allem was passiert. Es ist natürlich auch hier nicht ganz klar was ihre genaue Diagnose ist, aber ihre Symptome deuten stark auf eine Art ataktische Störung hin. Das bedeutet, ihre Bewegungen, besonders die der Arme, sind ruckartig, ungenau, überschießend und generell sehr grobmotorisch. Beim Schreiben hält sie den Stift fest umklammert, drückt viel zu fest auf und ist nicht in der Lage einen geraden Strich zu ziehen. Zahlen, also kurze Striche bekommt sie durchaus hin, aber man sieht ihrem Schriftbild an, dass es mit viel Anstrengung verbunden war. Während sie rechnet, malt oder knetet macht sie wildeste Verrenkungen

auf ihrem Stuhl. Beine überkreuzen sich, der Kopf hängt mal halb auf dem

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Tisch, nach rechts oder links. Sie scheint sich für Handtätigkeiten so konzentrieren zu müssen, dass der ganze Körper sich verkrampft. Zudem hat sie eine auffallende Mundmotrik nebenbei, die Zunge ist ständig in Bewegung und sabbern tut sie dabei dann auch gerne mal. Levina ist einer der intelligentesten

inder im Center, das kann man daran bemessen, dass sie im Kopf addieren und subtrahieren kann. Sie rbauch nicht, wie die anderen Kinder, ersteinmal alle Kronkorken abzählen. Sie kann auch kompliziertere Rechnungen, wie „46 – 23 = ?“ im Kopf schnell lösen. Ihre Sprache beschränkt sich leider auch auf einfache Sätze, da die Zungen-Mund-Motorik auch ein Problem zu sein scheint. Ansonsten läuft Levina frei, hat aber auch eine Achsfehlstellung in Richtung X-Beine, was gerade beim Hinknien und Aufstehen echt grausam aussieht. Sie kann rennen, aber es ähnelt eher einem Hopserlauf. Beim Fußball spielen fällt es ihr auch schwer auf einem Bein die Balance zu halten und dann den Ball zu treffen. Einen Ball fangen klappt ausgesprochen gut, auch wenn sie kompletten Armeinsatz benötigt, das Werfen macht auf Grund ihre fehlenden Feinmotorik noch mehr Probleme.

Auf Levina sollen wir vom Office her besonders achten, da sie eigentlich in eine normale Schule integriert werden sollte, aber jetzt imm

er noch in den Center kommt. Sie forschen gerade nach ob sie abgelehnt wurde und wenn ja warum, denn eigentlich hätte sie das Zeug dazu in die Regelschule zu gehen.

Levinas Ziele sind für mich:

Spaß an Bewegung vermitteln und dabei kleine Aufgaben wie Hüpfen, Rennen, Fangen und Gleichgewichtstraining integrieren. Der Umgang mit dem Ball ist für sie schon eine tolle Übung, genauso wie unsere Handarbeiten beim Kartenbasteln (Kleber verteilen, Schere halten und bedienen), Kneten und Schreiben.

 

Fukasi

Fukasi ist 14 Jahre und ein sehr neugieriger Kerl. Er ist immer ganz vorne mit dabei, sobald irgendwas neues passiert, will mit machen und helfen, aber leider geht das sehr oft schief. Ich glaube man muss ihn einfach gern haben für seine allzeit enorme Hilfesbereitschaft. Also Hakum ist im Grunde einfach sehr grobmotorisch. Im Laufen, beim Spielen, beim Schreiben. Zum Beispiel haut er immer so fest auf den Fußball ein, dass ich

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nur noch in Deckung gehen will. Auch nach mehrmaligen Ermahnen es etwas ruhiger angehen zu lassen, versteht er nicht weniger drauf zu hauen bzw. will vielleicht auch nicht verstehen. Er scheint auch sehr stürmischer und raufboldiger Natur zu sein. Beim Fußball darf er seine Energie gerne rauslassen, es macht ihm ja Spaß, aber beim Schreiben oder Basteln muss er wirklich lernen sich etwas zurück zu nehmen und gezielte Handbewegungen auszuüben. Es scheint mir, als hätte er auch nie so eine richtige Erziehung genossen. Er hat zum Beispiel einen sehr geringen Wortschatz, aber das häufigste Wort, das seinen Mund verlässt, ohne, dass es überhaupt Sinn ergeben würde in der Situation, ist „hapana“ Bedeutung für „nein“. Er sagt es andauernd, aber wenn man ihm das sagt, hört er dennoch nicht auf. Das kann manchmal sehr anstrengend sein. Zum Beispiel beim basteln schnappt er sich gleich die Schere und will etwas abschneiden und wenn man nicht schnell genug ist, hat er binnen Sekungen alles zerschnitten und zerstört. Er brauch auf jeden Fall viel Guidance, Geduld und sollte seine Konzentrationsfähigkeit üben. So schnell er immer mit dabei ist, ist er auch schon wieder weg.

Seine Feinmotorik für das Schreiben und sein Gefühl für Stärke seine Bewegungen sollten dringen geschult werden. Ich versuche aber noch rauszufinden, inwiefern er überhaupt begreift, was er denn da schreibt. Zum Beispiel schafft er es meistens bis 5 zu zählen, aber dann wirft er die Wörter der Zahlen durcheinander bis 10. Hier sollen alle am Unterricht teilnehmen und lernen zu rechnen und zu schreiben, aber bei dem ein oder anderen könnte ich mir vorstellen, dass sie es nie erlernen und demnach fände ich es wichtiger ihnen andere lebenswichtige Dinge beizubringen, wie das Verständnis etwas herzustellen, das es zum Beispiel mehrere Schritte gibt um die Karten herzustellen und was man dann nacheinander tun muss. Damit könnte er und auch Moodie sicher weiterkommen, als jahrelang die Zahlen 1-10 zu lernen.

Ziele für ihn sind: seine Feinmotrik schulen, sich selbst kontrollieren lernen und eine Methode für den Unterricht finden.

 

Moodie

Moodie ist ein sehr feinfühliger Junge. Er ist 15 und spricht leider auch nur ein paar Wörter, scheint aber zu verstehen was man von i

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hm will, manchmal nicht auf Anhieb, aber nach ein paar Versuchen klappt es meistens. Er gibt sich sichtlich Mühe alles richtig zu machen, das ist echt herzerweichend, wenn er dich mit seinen großen Augen anschaut in denen man klar die Hoffnung erkennt, dass er es jetzt richtig gemacht hat. Es ist noch sehr schwer mit ihm, da kopfmäßig sehr eingeschränkt zu sein scheint. Während die anderen Kinder rechnen, kritzelt er meistens wie ein 3-jähriger auf einem Blatt rum. Anna und ich haben ihm jetzt die Aufgabe gegeben, Formen zu lernen. Also malt er jetzt grade viele viele Kreise. Ich habe jetzt begonnen mit ihm zu lernen, dass es so etwas wie 1 Kreis und 2 Kreise gibt um ihm die Zahlen 1 und 2 beizubringen. Da das mit der Sprache nicht klappt, setzte ich voll auf sein Verständnis, allerdings ist es schon etwas mühsam. Ich übe mit ihm „ 1 Kreis“ und er sagt 4, einfach nur weil er das Wort für 4 kennt, aber ohne zu verstehen, was 4 bedeutet. Wie bei Hakum brauchen wir auch hier noch eine gute Taktik ihm etwas beizubringen. Anosnsten ist Moodie motorisch sehr gut, die Hände brauchen noch etwas Training, aber auch er ist für Fußball zu begeistern und kann sogar den Ball stoppen mit einem Bein.

Bei ihm habe ich weniger Physio-Ziele, eher für den Unterricht. Das erfordert auf jeden Fall viel Zusammenarbeit mit Anna.