2. Woche – immer noch Msaranga

Habari,

der 2. Center hat immer noch zu. Wie ich ein bisschen raushören konnte, macht das Center öfters Probleme, das keiner zur Arbeit  kommt oder so. Ich bin gespannt. Ein Glück bin ich hier sehr frei, wenn ich da nicht hin will, muss ich nicht. Gar kein Problem.

So Ende letzter Woche und diese Woche hat sich das Blatt sehr gewendet. Die Mamas respektieren mich sehr und wollen genau wissen, was ich denke oder tue. Das einzige Problem ist die Sprachschwierigkeit, manchmal kann ich es ihnen halt nicht erklären, weil ihr Englisch zu schlecht ist. Ich versuche viel zu zeigen.

Die kleine Prinzessin Salma (die Kinder) ist grade mein größtes „Opfer“, ich bin sehr zuversichtlich, dass sie sehr viel von einer Therapie profitieren kann. Mittags nach dem Lunch schläft sie immer fast ein, weil sie so viel mehr gefordert wird. Ich wechsel etwas ab, zwischen Therpie, einer effektiven Lagerung und Pausen. Dazwischen sind die andren Kinder dran. Ebenzer, Fredrick und Fatuma sind halt sehr schwierige Fälle, ich bewege sie durch, dehne sie auf und Fatuma kommt auch in den Stehständer. Fredrick schafft auch Aufstehtraining, aber auch nur kurz, dann sind sie platt und Salma ist wieder dran.

Neema ist auch ein Mädchen dort, sie macht schon viel mit, da sie schon 15 ist und mit dem Rollator laufen kann. Es stehen mir zwar alle Haare zu Berge, aber immerhin läuft sie und hat ihre Taktik, die Treppe hoch zu kommen. Sie wurde mehrfach an den Beinen operiert, ich vermute, dass es ihr teils mehr geschadet hat, weil der eine Fuß nicht wirklich zu gebrauchen ist. Morgen möchte ich sie mal tapen und ihr Einlagen basteln. Sie hat, wie die andren auch, echt schicke Orthesen, aber die sind nicht flexibel. Also laufen geht mit denen einfach nicht. Die Mamas haben sie heute dazu gezwungen, aber sie ist schlechter gelaufen als davor. Ich versuche nun mit ihrem Schuhwerk weiter zu kommen.

Generell ist das alles hier grade ein Mittelweg zwischen ihren Techniken und meinen. Heute zB. war ich mit Salma beschäftigt, da ziehen sie Ebenezer die Orthesen an und binden ihn draußen an die Säule mit  5 Tüchern. Das ist ihr Stehständer für die Größeren. Solche Sachen finde ich grade nach und nach raus. Sie sind teilweise echt kreativ und ich versuche größeres Übel zu vermeiden. Aber muss es einfach aktzeptieren, dass sie seit Jahren hier ihr Ding machen. Ich bin ja froh, dass sie so motiviert sind, aber manchmal muss ichs chon etwas lachen.

Viele Grüße, kwa heri!

2 Gedanken zu „2. Woche – immer noch Msaranga

  1. Auch Habari 😉

    Dass die Betreuer-Frauen dort kreativ handeln bezweifle ich wirklich nicht! Und kann mir nur zu gut vorstellen, wie perplex du manchmal bist, wenn wieder mal komische Praktiken zum Vorschein kommen, die natürlich total logisch sind für die Frauen dort.
    Auf jeden Fall sehr gut ist ja, dass du sozusagen freie Hand hast und dir nicht direkt jemand in dein Handwerk pfuscht.

    Was ich noch nicht so ganz rausgehört habe ist, wie oft du jetzt nochmal dort bist? Täglich und dann von morgens bis Abends?

    Liebe Grüße
    Lena

    • Hi Lena,
      ich bin grade täglich da von 8.30 – 3 Uhr. Ich sollte iegentlich zwischen 2 Centern wechseln, aber der 2. hat noch nicht offen nach den Ferien.
      Und ja perplext mich ich oft und leider pfuschen sie mir schon in mein Handwerk, sie meinen es nur gut, aber da haste grade den Arm gelöst und sie werkeln an den Beinen rum, sodass die Spastik wieder reinzieht..ärgerlich, aber da muss man einfachd urch und sich denken: Hakuna matata 🙂

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