Marathonfieber!

Diese Woche habe ich viel in Msaranga verbracht, da Anna spontan beschlossen hat den Kilimanjaro zu besteigen. Am Mi kam sie zurück und hat mir ausführlich berichtet! Ich habe ja schon so einige Geschichten gehört und auch im Reiseführer wird mal nebenbei erwähnt, dass es durchaus jedes Jahr einige Todesfälle gibt wegen Überschätzung der eigenen Leistung, aber so hautnah habe ich noch keinen Bericht gehört wie ihren. Hier kann man unterschiedliche Touren buchen, das heißt 5-7 Tage-Touren. Das kostet um die 1500 USD, wenn nicht sogar mehr wegen der Ausrüstung. Anna ist in 6 Tagen hoch und sie hat erzählt, dass die ersten 4 Tage wirklich toll waren, doch dann wird die Luft knapper, alles anstrengender und man kommt langsamer voran. Am 5. Tag machst du die Summitbesteigung. Sie hat erzählt, sie seien um 3 Uhr nachts losgelaufen, nach einem kompletten Wandertag, 6 h bis zur ersten Spitze. Dort war sie kurz davor aufzugeben, ihre genauen Details, wie schwach sie sich gefühlt hat und wie schlecht es ihr ging, lasse ich mal aus. Aber dein Körper scheint wohl echt an die äußersten Grenzen gebracht zu werden. Sie meinte, sie hat eigentlich nichts gegessen und ist in Minischritten den Gipfel rauf. Wie gesagt, an der unteren Spitze musste ihr Guide sie wirklich pushen, da sie sonst auf der Stelle eingeschlafen wäre und wegen des Sauerstoffmangels darf man dort ja nicht lange bleiben. Unvorstellbar, dass sie trotzdem die 2 h bis zum Peak noch weitergelaufen ist. Dort verweilte ihre Gruppe dann etwa 20 min und dann ging es auch schon wieder bergab. Man wandert also 5 Tage, macht körperliche Qualen durch wegen 20 min.. Am selben Tag sind sie also noch 4 h abgestiegen und den Rest am 6. Tag. Sie ist jetzt, 3 Tage nach der Besteigung immer noch müde, hat Sonnenbrand auf den Lippen und ein geschwollenes Gesicht. Ein Freund von mir, spürt nach 1 Woche immer noch nicht seine Zehen. Aber irgendeinen Reiz muss es ja haben. Vielleicht, wenn ich mal zurückkomme und Zeit hatte mich angemessen darauf vorzubereiten, werde ich das auch mal machen. Aber dieses Mal fehlt mir nicht nur das Geld, auch die richtige Ausrüstung und die körperliche Kondition. Ich denke, ich halte mich mal eher an den Mt. Meru, der ist „nur“ 4000m hoch 🙂

Die Arbeit in Msaranga war der übliche Trott, die Kinder machen sich gut, vor allem Salma. Neema und ich machen uns momentan immer ein Spaß daraus, sie irgendwo im Raum abzusetzen und sie dann zu uns robben zu lassen. Dabei locken wir sie mit einem ihrer Lieblingsspielsachen oder Essen. Neema hilft ganz toll mit, während sie sie lockt und anfeuert, kann ich sie an den Beinen gut unterstützen. Ich möchte nicht, dass sie den Spaß dran verliert und ihr Ziel nicht erreicht. So helfe ich ihr ab und an, damit sie wieder ein großes Stück voran kommt. Die Intention soll aber immer von ihr aus kommen, dh. wenn sie ihr linkes Bein anbeugt, dann helfe ich ihr auch damit, wenn sie gar nichts tut, dann helfe ich auch nicht, sondern feure sie wieder an. Sie macht das ganz großartig und man merkt ihr an, wie ihr das gefällt mehr „selbstständig“ sein zu können. Neema ist auch große klasse, langsam scheint sie mich zu mögen und hilft mir bei der Therapie. So kann ich Salma auch mal im Stehständer lassen und Neema passt auf sie auf und solange schon mal jemand anderen therapieren. Auch James hilft mit. Da merkt man, was für ein Gruppengefühl die alle haben. Obwohl manche von ihnen nicht mal sprechen, werden sie immer mit einbezogen und um sie gekümmert. James ist zB. immer da, wenn wieder jemand gewickelt werden muss oder bespaßt Fatuma, auch wenn sie absolut null Reaktion zeigt auf das was er tut.

In Rau haben wir diese Woche auf den Marathon trainiert. Der findet am Sonntag statt und die ganze Stadt steht jetzt schon Kopf. Da kam ich mir 2 Monate vor wie ein M

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Liegestützen oder den schöneren Purzelbaum. Sie hatten viel Spaß und in der zweiten Hälfte habe ich mit ihnen ein wenig Aerobic und Dehnen in der Gruppe gemacht. Ich hab schon ein paar Lieder gelernt, mit denen kann man sie toll motivieren. Danach haben wir noch Ballspiele gespielt, wobei Levina gut geübt hat, einen kleinen Tennisball zu fangen und werfen. Sie hat sich echt gut angestellt. Und auch Moodie hat schnell begriffen um was es sich bei „Schweinchen in der Mitte“ handelt, hätte ich nicht gedacht, dass er das versteht. Alles in allem ein sehr spaßige Woche.

Viele Grüße und mehr Bilder auf: Bilder

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